Malaga 2013

7. September 2013 | Brettspiel
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Christian Pietrzok - Pivot Fakie
Christian Pietrzok – Pivot Fakie, Foto: Dennis Scholz

Sören Linke - Wallie
Sören Linke – Wallie, Foto: Dennis Scholz

Christian Döbrich - Ollie
Christian Döbrich – Ollie, Foto: Dennis Scholz

Marcus Werner - Backside Desaster
Marcus Werner – Desaster, Foto: Dennis Scholz

Christian Döbrich - Frontside Boardslide
Christian Döbrich – Frontside Boardslide, Foto: Dennis Scholz

Filming
Filming, Foto: Dennis Scholz

Auf der Datenautobahn jagt eine Tour-Montage die nächste. Dank Instagram und Youtube entgeht dem Skatenerd kein Trip ins noch so entfernte Entwicklungsland. Schöne Sache. Sich das tägliche Footagekreuzfeuer geben, hat was vom Blättern in der Reisebroschüre. Oder Sonnenklar.tv gucken. Trotz des guten Wetters, ist es nun Zeit sich erste Gedanken, zu machen, wo es uns im bevorstehenden Winter hin verschlagen soll. Dabei kommen dutzend Fragen auf. Wer kommt mit? Wann kriegt man den Haufen auf einen gemeinsamen Nenner? Van oder Flugzeug? Halbpension oder Zeltplatz?… Höchste Eisenbahn doch noch einmal die Erinnerungen an den Frühjahrstrip nach Malaga aufzuwärmen. Wie war das noch?

Wie war das denn? Ward ihr im März nicht in Malaga? Und wieso seid ihr eigentlich das 2. Mal in Folge nach dorthin geflogen?
War letztes Jahr halt schon geil. Das Wetter in Andalusien ist im Frühjahr sicherer als in Barcelona, angenehmes T-Shirt Wetter und es gibt massig Spots. Tagsüber ist es nicht überlaufen. Nachts ist trotzdem was los. Bei Malaga wussten wir, woran wir sind, also warum nicht nochmal hin?!

Wer war letztes Jahr schon dabei?
Maik und Pitchi. Pitchi hat uns alle schnell davon überzeugt, dass sich das lohnt. Der hat sowieso alles angeleiert! geplant, gebucht, geld eingetrieben. Wenn der das nicht immer mal wieder angestoßen hätte, wärs nix geworden. Der Irre hat sich sogar vorher alle Spots rausgesucht und Spotguides gedruckt. So richtig mit Anfahrtsskizzen, Bildern, Vor- u. Nachteilen.

Und dieses Jahr?
Boah echt Viele, wir sollten eigentlich 12 sein. Einer ist dann aber krankheitsbedingt ausgefallen.

11 Leute?
Ja man! Viele kannten sich zwar zuvor nicht wirklich, aber das hat wunderbar geklappt.

Seid ihr dann immer zusammen los Spots abklappen?
Natürlich nicht, bei so einer großen Gruppe gibts immer welche, die um 10 Uhr morgens schon mit Rucksack im Türrahmen stehen. Wieder Andere drehen sich da gerade noch mal um. Das heißt aber nicht, dass wir immer getrennt los sind.

Dann ging skatemäßig doch bestimmt ne Menge?
Ja auf jeden Fall! Bei so vielen Leuten kommt eigentlich an jedem Spot was rum. Problem war eher da auch mit dem Filmen hinterherzukommen. Kommst halt zum Spot und drei Leute kündigen direkt ne Line an, wer fängt da an und hat der dritte in zwei Stunden immer noch Bock? Einmal zum Beispiel kamen wir zu den blauen Rails und da ging’s Schlag auf Schlag, ein Trick nach dem anderen, locker sieben, acht gute Dinger. Wir haben davon genau einen gefilmt und das auch noch kurz vor Einbruch der Dunkelheit und kurz vor Ausbruch der Wolken. Aber insgesamt war’s schon produktiv.

Wo seid ihr alle untergekommen?
Wir hatten zwei richtig geile Appartments im Theaterviertel, mit Allem drum und dran. Das klingt jetzt aber edler, als es war.

Nicht so die einladende ecke oder wie?
Naja die Gassen hatten schon massig Charakter und man hat sich nachts nicht unwohl gefühlt oder so. Aber da hingen schon einige sketchy Typen rum. Circa 10 minuten nach unserer Ankunft hatten wir schon nen Überblick über die Graspreise. Einen Morgen sind wir mal durch den benachbarten Innenhof gelaufen und alter, du kamst dir vor wie in nem Cypress Hill Video. Überall Müll, die Fassade hing von der Wand und davor sone kleine Grasfläche voller zerpflückter Hähne, daneben so grimmige tätoowierte Vatos mit verschränkten Armen. Ich bin mir aber sicher, die hatten ne Zuchtlizenz!

Gab’s mal Stress?
Nee gar nich, 100 Meter die Straße runter, sah die Welt auch schon wieder ganz anders aus. Schöne Altstadt. Der einzige Stress war son Bengel, der zu jeder Tages- und Nachtzeit Kippen schnorren wollte, der Typ war echt immer am Start, der muss nicht ein mal geschlafen haben in der Woche. Kippen hat der trotzdem keine bekommen.

Hattet ihr glück mit dem Wetter?
Am ersten Tag hat’s am Vormittag geregnet, wir sind trotzdem los und das wurde am Ende dann auch mit ner coolen Session belohnt. Am 3. Tag war’s komplett verregnet. Da haben wir uns in den Bus gesetzt und Spots gesucht, waren shoppen und naja… haben die Braukunst der Eingeborenen geehrt. Sonst konnten wir nicht meckern.

Hab gehört mit der Polizei hattet ihr nicht so’n Glück?
Ja, im letzten jahr war alles entspannt, da gabs nur einen Bust. Dieses Jahr hatten wir öfter mal die ehre – allein drei mal an einem Tag! Unsere erste Begegnung mit den Ordnungshütern hatten wir am Plaza Marina. Die haben direkt die Namen von jedem der auf’m Brett stand aufgeschrieben. Eigentlich hieß es man solle sich nur vom Eingangsbereich eines Reisebüros fernhalten. Daran hatten wir uns auch gehalten, half nichts. Zwei Tage später wurden wir von ner Strandstreife weggeschickt. An der promenade gibt’s allerdings auch nen legalen spot, den Plaza Maritima. Deshalb waren die wohl ein bisschen empfindlich – auch wieder Namen aufgeschrieben. Am letzten Tag wurden wir dann gleich drei mal gebustet, zwei mal davon von so Zivilbullen. Der eine spontan mit ausgefahrenem Teleskopschlagstock und der zweite etwas kooperativer. Dummerweise hat uns das gleiche Pärchen an zwei verschiedenen Spots erwischt – fanden die natürlich nicht so toll. Beim zweiten mal haben die auf ner dreispurigen Straße ne Vollbremsung hingelegt, sind durch die Büsche gesprungen und hatten im handumdrehen unsere Boards im Kofferraum. Das wir am nächsten Tag abreisen würden, hat sie dann letztendlich doch noch umgestimmt. Sonst hätten wir 400€ kaution pro Brett zahlen dürfen. Zuvor wurden wir an nem anderen Spot von nem Segway-Cop abgefangen. Nichtmal die hälfte von uns hatte die Straße überquert, da mussten wir schon wieder umdrehen.

Und wo habt ihr euch nach Einbruch der Dunkelheit rumgetrieben?
Shamrock Nights! Da riecht’s zwar wie im Schwimmbad und Ke$ha lief in einer halben stunde drei mal, aber es lohnt sich! War auch immer was los in der Bar. Das hat uns sowieso geschockt: Tagsüber ist der Altersschnitt bei 60, abends sind die kleinen gassen voll mit Partyvolk. Aber ins Shamrock haben wir am besten gepasst, da gab’s außerdem den Liter Mojito für drei Euro. Die partykultur ist da viel schicker, ohne Hemd geht da keiner feiern und dann läuft meistens einheimischer Reggaeton. Kiffen im Club is auch keine gute Idee. Auch nicht beim zweiten mal. Nicht mal, wenns in der Bar nach Chlor riecht.

Mehr Fotos gibt’s im Album bei Flickr

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