Ach ja…der Ringpark-Clip. Dieses Erzeugnis skateboardvideografischer Arbeit wird mir wohl noch eine ganze Weile als das Ding in Erinnerung bleiben, das “nicht so ganz nach Plan” lief. Alles begann irgendwann im Frühjahr dieses Jahres als Pitchi mich fragte, ob ich nicht mal Lust hätte, mit ihm nen Clip in seinem local Skatepark, dem Berliner Ringpark zu filmen. “Parkclip filmen” klang jetzt nicht gerade spannend, aber ich merkte, dass Pitchi sich schon einiges in den Kopf gesetzt hatte und sagte deshalb zu. Sollte ja auch kein Riesenaufwand sein, sich mal ein Wochenende von Carsten rüberkutschieren zu lassen und die Footage einzutüten…

An einem hochsommerlichen Juli-Wochenende war es dann so weit und obwohl das ganze bei 30° und unbarmherziger Mittagssonne eine schweißtreibende Angelegenheit werden sollte, konnten wir am Samstag schon ne Menge Zeug eintüten. Die ausstehenden Tricks wurden deshalb leichtfertig auf den nächsten Tag verschoben. Blöderweise machte der Sonntag seinem Namen jedoch aus meteorologischer Sicht keine Ehre und auch mit dem Skaten wollte es nicht so wirklich klappen. Also entschlossen wir uns, den Rest doch an nem anderen sonnigen Tag zu filmen, damit das Footage nachher auch zusammenpasst. Kapitalfehler…

Denn in den nächsten Wochen hatte ich zuerst mit einem Praktikum und mehreren Hausarbeiten ganz gut zu tun. Dann verabschiedete sich mein Laptop mit einem fatalen Festplattencrash. Noch besser kam es dann allerdings, als bei meinem neu erworbenen Laptop nach einer Woche ebenfalls eine Festplattenmacke diagnostiziert wurde. Angesichts der Ereignisse war ich schon zum fortgeschrittenen Zyniker geworden und hatte den unfertigen Ringpark-Clip vorerst verdrängt.

Als sich die Wogen geglättet hatten und mein Rechner wieder lief (mittlerweile war es mitte Oktober), setzte ich mich dann doch mal hin, um das bisher gesammelte Ringpark-Footage mal kurz zusammenzuschneiden. Der Edit gefiel und umso bitterer erschien uns, dass das Material doch etwas knapp war. Daher entschloss ich mich nach wochenlangem Hin- und Herüberlegen, an einem – laut Wettervorhersage – sonnigen November-Wochenende nochmal nach Berlin zu fahren. Diesmal mit Mitfahrgelegenheit, Carstens Lupo hatte mittlerweile ebenfalls den Geist aufgegeben.

Hochmotiviert hatte Pitchi sich schon eine Trickliste gemacht und auch ich hatte Bock, den Clip endlich fertig zu machen. Die Ernüchterung ließ jedoch nicht lange auf sich warten: 3° und Nebel am Samstagmorgen. In letztendlich vergeblicher Hoffnung auf Wetterbesserung fingen wir trotzdem an zu filmen und schafften es, in mühsamer Arbeit die nötige Anzahl an Tricks einzufangen.

Natürlich machte sich das Mistwetter-Footage im Nachhinein nicht gerade gut mit den Sommeraufnahmen, was mir noch erhebliche Probleme beim Schnitt bereiten sollte. Letztendlich bin ich aber mit dem Clip zufrieden und froh, dass es noch was geworden ist. Für die meisten wird’s wohl nur ein weiterer Ringpark-Clip sein – aber das ist mir jetzt auch egal!

Words: Christian Wengert

Keine Kommentare

Kommentar schreiben

*